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Meine Liebe zum Schweizer Wein

  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Die Schweiz, kein lautes Weinland

Hotelier Magazin 03/2026
Hotelier Magazin 03/2026

Teil 1.


Es begann nicht mit einem grossen Aha­ Moment. Kein spektakulärer Sonnen­untergang über den Rebterrassen. Kein perfekt inszeniertes Glas in der Hand.

Meine Liebe zum Schweizer Wein entwickelte sich leise – fast unauffällig. Vielleicht ist genau das, das Besondere daran.

Die Schweiz ist kein lautes Weinland. Sie drängt sich nicht auf, exportiert wenig und bleibt oft im Schatten ihrer berühmten Nachbarn. Doch gerade diese Zurückhaltung macht sie so faszinie­rend. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine Welt voller Vielfalt, Handwerk und Charakter.


Was mich zuerst überrascht hat, war die Nähe. Die Weinberge scheinen hier nicht irgendwo weit entfernt zu liegen. Sie gehören zum Alltag. Zwi­schen Seen und Bergen schmiegen sich die Reben an steile Hänge, oft so dramatisch, dass man sich fragt, wie hier überhaupt gearbeitet werden kann. Und genau dort entstehen Weine, die diese Land­schaft widerspiegeln: präzise, klar, manchmal kantig – aber immer ehrlich.


Ein zweiter Moment, der meine Liebe zum Schwei­zer Wein prägte, war mein erstes Glas Chasselas. So schlicht er wirkt, so vielschichtig kann er sein. Anfangs fast zurückhaltend, entfaltet er mit der Zeit eine feine Mineralität, die untrennbar mit seinem Ursprung verbunden ist. Es ist kein Wein, der schreit – er flüstert. Genau dieses Flüstern hat mich neugierig gemacht. Mit jeder weiteren Begegnung wurde mir klar: Schweizer Wein ist keine Kategorie, die man schnell versteht. Es ist eine Einladung, langsamer zu werden. Hinzu­schauen. Zu schmecken. Zu vergleichen.


Was mich besonders berührt, ist die Haltung der Winzerinnen und Winzer. Hier geht es selten um Masse oder internationale Trends. Stattdessen spürt man eine tiefe Verbundenheit mit dem Boden, mit der Tradition und gleichzeitig den Mut, Neues auszuprobieren. Kleine Betriebe, viel Handarbeit, oft Generationenwissen. Das alles fliesst ins Glas.


Heute ist Schweizer Wein für mich mehr als nur ein Genussmittel. Er ist eine Geschichte. Eine Landschaft. Eine Kultur. Auch ein bisschen ein Geheimnis, das man nicht zu schnell lüften sollte.


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