Wein und Uhren brauchen Zeit – eine Partnerschaft - Maurice de Mauriac
- 21. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt Verbindungen, die sich nicht auf den ersten Blick erklären. Zwischen Wein und Uhr besteht eine stille Nähe. Keine, die laut nach Aufmerksamkeit verlangt. Keine, die sich über Status oder Prestige definiert. Sondern eine, die sich erst erschliesst, wenn man beginnt, genauer hinzusehen – oder bewusster zu fühlen.
Als Sommeliers wissen wir, dass grosse Weine nicht beeindrucken wollen. Sie entfalten sich. Langsam, vielschichtig, mit Tiefe. Es geht nicht um den ersten Eindruck, nicht um die lauteste Aromatik, nicht um Bewertungen oder Etiketten. Es geht um Herkunft, um innere Überzeugung, um Zeit. Ein grosser Riesling, ein gereifter Bordeaux oder ein fein gewobener Pinot Noir tragen all das in sich. Sie erzählen Geschichten – nicht auf einmal, sondern Schluck für Schluck.
Genau hier beginnt die Parallele zur Uhr
Eine mechanische Uhr zeigt nicht nur Zeit. Sie verkörpert sie. Ihr wahres Wesen liegt nicht im Zifferblatt, sondern im Inneren – im Werk, in der Präzision, im fein abgestimmten Zusammenspiel kleinster Komponenten. Jede Entscheidung, jedes Detail folgt einem klaren Anspruch. Wie beim Wein ist es diese Konsequenz, diese Hingabe, die am Ende spürbar wird.
Beides – Wein und Uhr – widersetzt sich der Hast unserer Zeit
Während vieles heute auf Beschleunigung ausgelegt ist, verlangen Wein und Uhren genau das Gegenteil: Aufmerksamkeit, Geduld, Respekt. Wein braucht Reife – im Fass, in der Flasche, im Glas. Eine mechanische Uhr verlangt dieselbe Form der Hingabe. Sie misst Zeit nicht nur, sie macht sie greifbar. Sie ist ein stiller Gegenentwurf zur Flüchtigkeit.
Vielleicht liegt darin ihre gemeinsame Kraft: Beide machen Zeit sinnlich erfahrbar
Der Wein im Moment des Öffnens, im Duft, in der Erinnerung, die ein Jahrgang bewahrt. Die Uhr im täglichen Begleiten, im Blick aufs Handgelenk, im leisen Rhythmus, der uns daran erinnert, dass Zeit nicht nur vergeht, sondern gestaltet wird.
Für uns als Sommelierverband Deutschschweiz ergibt sich daraus mehr als eine schöne Analogie. Vielmehr zeigt sich darin das gemeinsame, gelebte Selbstverständnis. Aus dieser Überzeugung heraus entstand unsere Partnerschaft mit Maurice de Mauriac.
Uhren von bester Zürcher Hanglage
Da, wo sich Zürich einst aus den Stadtmauern herausgewagt hat, auf der ansteigenden Rämistrasse, bauen Massimo, Leonard und Masha, die Kinder des Gründers Daniel Dreifuss heute ihren Uhren (an).
Faszinierend ist das Spannungsfeld von tief verwurzeltem Wissen über Schweizer Uhrmacherkunst, verbunden mit dem Mut zur Interpretation. Regeln werden hier nicht gebrochen, um anders zu sein, sondern um besser zu werden. Um Emotion zu schaffen. Um Zeit nicht nur messbar, sondern erlebbar zu machen.
Was die Uhren-Manufaktur besonders macht, ist ihre Authentizität. Geschichten entstehen hier nicht im Marketing, sondern im echten Leben. In Begegnungen, in Beziehungen, in Momenten. Mal sind es internationale Persönlichkeiten, die Teil dieser Welt werden, mal ganz persönliche Erlebnisse, wenn eine Uhr ihren Weg direkt zu ihrem Träger findet. Immer aber geht es um Nähe, um Menschlichkeit, um eine Form von Luxus, die leise ist und gerade deshalb berührt.
Genau darin erkennen wir uns wieder
Auch wir Sommeliers arbeiten mit Wahrnehmung, mit Tiefe, mit dem Unsichtbaren zwischen den Dingen. Wir suchen nicht das Offensichtliche, sondern das Echte. Das, was bleibt. Die Kooperation zwischen dem Sommelierverband Deutschschweiz und Maurice de Mauriac ist deshalb kein Zufall. Sie ist ein bewusstes Pairing, wie ein perfekt abgestimmtes Zusammenspiel, bei dem sich zwei Welten nicht überlagern, sondern gegenseitig verstärken.
Wein und Uhr. Zwei Ausdrucksformen von Charakter
Zwei Welten, die dieselben Werte teilen: Präzision, Handwerk, Herkunft – und die Überzeugung, dass wahre Qualität Zeit braucht. Diese Partnerschaft steht für eine gemeinsame Vision. Für die Wertschätzung von Authentizität. Für Exzellenz, die nicht laut sein muss. Und für Dinge, die nicht Trends folgen, sondern Bestand haben.
Eine Uhr aus dieser Zusammenarbeit ist kein blosses Objekt. Sie ist Ausdruck von Charakter – sichtbar getragen. So wie ein grosser Wein mehr ist als ein Getränk. Er ist Erinnerung. Emotion. Identität.
Vielleicht ist das der wahre Luxus unserer Zeit: Nicht mehr zu besitzen, sondern bewusster zu wählen.
Dinge zu tragen, die eine Geschichte haben.
Dinge zu erleben, die mit den Jahren an Tiefe gewinnen. Ein grosser Wein und eine gute Uhr teilen dieses Versprechen.
Sie erinnern uns daran, dass wahre Klasse nicht im Augenblick entsteht, sondern über Zeit.











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