GO EAST: Georgische Weine – wo jahrtausendealte Tradition auf lebendige Innovation trifft
- 1. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Autorin: Susanne Raschke
Bereits 1947 beschrieb John Steinbeck Georgien als einen „zweiten Himmel“ – ein Land, dessen Name in Russland mit Magie verbunden war. Heute steht das Land erneut im Fokus der Weinwelt, denn hier erwacht eine jahrtausendealte Tradition zu neuem Leben. Diese tiefe Verwurzelung in Kultur und Geschichte macht georgische Weine einzigartig. Von den kargen Hängen des Kaukasus bis zur subtropischen Schwarzmeerküste prägen vielfältige Terroirs eine aussergewöhnliche Bandbreite an Weinstilen. Auf diese Entdeckungsreise begaben sich zahlreiche Mitglieder der Sommelierunion bei bestem Wetter auf der Terrasse der Swiss Russian Chamber in Zollikon.

Das Herzstück der traditionellen Weinherstellung ist das Qvevri, eine mit Bienenwachs versiegelte Amphore aus rotem Ton, in der der Wein fermentiert und reift. Diese Methode, die auf das 5. Jahrhundert v. Chr. zurückgeht, wird seit Jahrtausenden unverändert praktiziert und ist als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt. Nur noch wenige Winzer beherrschen diese Kunst noch heute, die den Weinen eine unvergleichliche Tiefe und Komplexität verleiht.
Das Weingut Ambrosia (griechisch: Speise der Götter) steht für diese Verbindung von Tradition und Moderne. Gegründet im Jahr 2021 von drei Frauen aus Italien, Frankreich und der griechisch-amerikanischen Diaspora, bringt Ambrosia georgische Weintradition mit einer frischen, internationalen Perspektive zusammen.

Von der 8.000-jährigen Weinbautradition Georgiens inspiriert, kreieren die Gründerinnen Weine, die in der Tradition verwurzelt und stilistisch zukunftsweisend sind. Das Weinetikett lehnt sich an das berühmte Dzalisi-Mosaik an, erklärt Gründerin Marta Imeneo. In Dzalisi, in der Nähe der alten georgischen Hauptstadt Mzcheta, wurde unter jahrhundertelangen Erdschichten ein römischer Mosaikboden freigelegt, der Dionysos und Ariane darstellt. Als modernes Label neu interpretiert, symbolisiert das Etikett Wiedergeburt und weibliche Kreativität: Die Silhouette Georgiens umschliesst dabei die Szene wie ein Gefäss den Wein.
Das Land beheimatet mehr als 500 einheimische Rebsorten und gilt weithin als Wiege des Weins. Ambrosia arbeitet mit den bedeutenden einheimischen Rebsorten Rkatsiteli, Mtsvane, Kisi und Saperavi, die im vielfältigen Terroir Kachetien gedeihen. Die Region im Osten Georgiens liefert rund 70 bis 80 Prozent der nationalen Weinproduktion. Kalk-, Lehm- und Schwemmlandböden sowie das Wechselspiel von warmen Tagen und kühlen Nächten prägen elegante Weine mit lebhafter Säure, Mineralität und Balance.

Im Glas präsentiert sich der kräftige Saperavi, der seinen Namen der intensiven Farbe seiner Trauben verdankt, durch Tiefe und Intensität mit Aromen von dunklen Beeren, Schwarzkirsche und Lakritz. Der bernsteinfarbene Orange-Wein, der durch die Vergärung mit Schalen und Kernen im Qvevri entsteht – ist ein Cuvee aus Kisi und Chardonnay. Die Reben gedeihen auf dem Vzisubani Terroir und geben dem Wein eine Komplexität mit Nuancen von getrockneten Früchten wie Aprikose, Quitte, Orangenzesten, gepaart mit Noten von Kamille und Kräutern sowie einer leichten Mineralität im Abgang.
Kachetien ist nicht nur Zentrum des georgischen Weinbaus, sondern auch reich an kulturellem Erbe: jahrtausendealten Klöstern, Höhlenstädten und herzliche Gastfreundschaft machen diese Region zum idealen Ort für alle, die georgische Weinkunst authentisch erleben möchten, meint Marta Imeneo.
Ambrosia Winery verbindet traditionelle Techniken mit modernen Innovationen und präsentiert sich dadurch auf der internationalen Bühne mit einem unverwechselbaren Charakter. Georgien hat den Wein nicht entdeckt – vielmehr hat der Wein Georgien geprägt. Die Entdeckung dieser Weine ist zugleich eine Reise durch Geschichte, Kultur und meisterhaftes Handwerk. Tauchen Sie ein in die Welt des georgischen Weins, eine Brücke zwischen Tradition und Zukunft, die begeistert und inspiriert.





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